Murakas
Moltebeere

Rubus (lat. Rubus L.), darunter die Moltebeere, ist eine Gattung aus der Familie der Rosengewächse. Die Pflanze wächst meistens 10–25 cm hoch. Der Stängel ist aufrecht; daran befinden sich gewöhnlich 2–4 runde nierenförmige 5–7-zählige, leicht faltige dunkelgrüne Blätter. Die Blüten sind getrenntgeschlechtig, mit 4–6 weißen Blütenblättern. Die Blüte befindet sich einzeln an der Spitze des Stängels. Obwohl die Frucht der Moltebeere gewöhnlich “Beere” genannt wird, ist sie eigentlich eine Sammelsteinfrucht. Die Sammelfrucht kann aus 5–25 “Körnern” bestehen, die alle einen Stein enthalten. Die kugelige Frucht ist zuerst hart und rot, während des Reifeprozesses wird sie gelb und weich. Die Moltebeere blüht im Mai und Juni. Die Pflanze wird durch Insekten bestäubt. Anders als bei den meisten Rubus-Arten ist bei der Moltebeere eine Selbstbestäubung nicht möglich, dazu sind zwei Pflanzen unterschiedlichen Geschlechts nötig. Die Früchte werden im Juli und August reif. Gut keimende Samen werden durch Vögel verbreitet. Es vergehen bis zu 7 Jahre, bevor aus einem Samen eine ausgewachsene Pflanze wird. Moltebeeren schmecken unter anderem Kranichen und Bären – nach dem Passieren deren Verdauungstraktes haben die Samen eine viel größere Wahrscheinlichkeit aufzukeimen. Die Moltebeere ist auf der Nordhalbkugel bis zur südlichen Grenze der Sümpfe verbreitet. Besonders typisch ist sie für die Nordländer und die baltischen Länder, wächst aber auch auf den Heiden der Britischen Inseln, an der Küste Grönlands, in den meisten Gebieten Russlands und fast überall auf dem Festland Kanadas und Alaskas, ebenso in Amerika. Die Moltebeere übersteht Kälte von unter –40 °C, reagiert aber empfindlich auf Salz und Trockenheit. Sie bevorzugt nasse sonnige Standorte. In Estland können Moltebeeren teils massenhaft vorkommen. Die Moltebeere wächst im Hochmoor, Übergangsmoor und Moorwald, gewöhnlich zusammen mit Kiefern und Torfmoos und eher an nährstoffarmen Orten. Die Frucht der Moltebeere ist aromatisch und schmackhaft.

Was enthält die Moltebeere?
Die Moltebeere enthält Zucker, Zitronensäure und Vitamin C. Die Früchte enthalten auch Benzoesäure, dies ist ein natürlicher Konservierungsstoff und verleiht den Früchten eine gute Haltbarkeit. Frische Beeren haben einen charakteristischen säuerlichen Geschmack. Überreife Beeren werden cremefarben und deren Geschmack erinnert an Joghurt. Halbreif gesammelte Früchte reifen nach.

Warum ist die Moltebeere nützlich?
In der Volksmedizin werden die Früchte und auch die ganze Pflanze als Heilmittel gegen Husten, Tuberkulose, Rheuma, Gicht, Harnblasen- und Herzkrankheiten verwendet. Seemänner und die Völker des Nordens haben die Moltebeere gegessen, um Skorbut vorzubeugen.