Heidelbeere

Die im Volksmund bekannte Aussage „die Heidelbeere macht die Tür des Arztes zu“ sagt so manches über den Wert dieser Beere. Schon über Jahrhunderte wird die Heidelbeere als Heilpflanze bei vielen verschiedenen Krankheiten verwendet. Die Heidelbeere trägt zum Einschlafen bei, hat eine entzündungshemmende Wirkung und stärkt das Immunsystem.

Frische Heidelbeeren helfen bei Verstopfung und getrocknete Heidelbeeren bei Durchfall. Dies folgt aus dem hohen Gerbstoffgehalt der Heidelbeere. Gerbstoffe haben auch die Eigenschaft, Schwermetalle zu binden und dadurch deren Aufnahme und Speicherung im Organismus zu erschweren. Wegen derselben Eigenschaft ist es nicht empfehlenswert, die Heidelbeeren zusammen mit Arzneimitteln zu verwenden, weil sich durch die Gerbstoffe in den Beeren auch die Resorption des Arzneimittels im Organismus verringert.

Sehr wertvolle Inhaltsstoffe der Heidelbeere sind Farbstoffe. Besonders große Aufmerksamkeit wird dem blauen Farbstoff der Heidelbeere zugewandt – dieser fördert mit Vitamin C und Eisen die Blutbildung und kümmert sich um die Elastizität von Blutgefäßen, besonders im Gehirn und in den Augen. Deshalb sind die Heidelbeeren sehr nützlich für Menschen, die unter Nachtblindheit oder Lichtempfindlichkeit leiden. Mehrere Untersuchungen bestätigen, dass die Heidelbeeren Sehpigmente, Sehnerven und Zellen der Netzhaut des Auges schützen und deswegen dazu beitragen, schnell ermüdende Augen zu stärken. Die Heidelbeere verlangsamt auch Alterungsprozesse, hilft bei Diabetes und unterstützt die Resorption von Glukose im Organismus.

Bei verschiedenen Untersuchungen wurde entdeckt, dass die in Heidelbeeren enthaltenen Stoffe eine Thromben verhindernde, Blutgefäße stärkende und erweiternde sowie Blutdruck senkende Wirkung haben. Darüber hinaus schützen die in Heidelbeeren enthaltenen Stoffe vor verschiedenen Nervensystemkrankheiten wie Parkinson und Alzheimer. Ebenso wird das Glückshormon wegen der Stoffe in den Heidelbeeren langsamer abgebaut.

Schon seit langem ist bekannt, dass die Beeren helfen, gegen Bakterien zu kämpfen. Die Heidelbeeren verhindern, dass Bakterien an menschlichen Zellen anhaften, und fördern deren Ausscheidung. Heidelbeersaft wirkt gegen Kolibakterien. Deshalb ist es empfehlenswert, täglich Heidelbeeren zu verzehren. Ein halbes Glas Heidelbeeren enthält genauso viel Antioxidantien wie 4-5 Gläser beliebige andere Beeren. Heidelbeeren wirken ebenso beruhigend.

 

Über die Moosbeere

Die Moosbeere ist eine bekannte Vitaminquelle, die man von September bis zum Schnee in Sümpfen und Hochmoorwäldern sammeln kann. Die Moosbeeren sind runde, rote, saure Beeren mit einer kräftigen Haut. Diese kann man fast in allen Speisen verwenden. Der Herbst ist eine Periode, in der die Verfügbarkeit der Moosbeeren am besten ist und so werden diese meistens dann verwendet. Die Moosbeeren bieten eine großartige Augenweide auf dem Esstisch, schöne rote Beeren erhöhen den Appetit.

Der besondere Geschmack der Moosbeeren kann mit Orangen, Äpfeln, Ananas oder Birnen ausgeglichen werden. Der saure Geschmack der Moosbeeren kann in Rohkostsalat raffiniert genutzt werden, wobei Zitronensaft und Essig durch frische Moosbeeren oder aus Beeren gepressten Saft ersetzt werden. Eine solche Vorgehensweise ist gesünder und verleiht dem Salat einen besseren Geschmack, ebenso machen rote Beeren den Salat farbenfroh.  Getrocknete Herbstbeeren verleihen dem Müsli oder Haferflockenbrei frische Akzente. Getrocknete Moosbeeren können statt Süßigkeiten gegessen werden. Durch das Trocknen von Moosbeeren verringert sich der säuerliche Geschmack, die nützlichen Eigenschaften der Beeren bleiben aber erhalten.

Ein sehr guter herbstlicher Salat kann aus frischem Kohl, Möhren, Moosbeeren und Ananas zubereitet werden. Kohl und Möhren putzen, Möhren mit einer groben Reibe reiben, Kohl fein hacken, frische Ananas in Würfel schneiden. Dann Kohl und Möhren mit wenig Zucker und Salz weich kneten, jetzt Ananaswürfel und zuletzt rote Moosbeeren hinzufügen. Aus einigen Moosbeeren für einen besseren Geschmack naturreinen Moosbeersaft in den Salat pressen.  Den Salat vorsichtig mit Holzlöffeln gleichmäßig vermischen. Beim Servieren einige Moosbeeren als Dekoration auf den Salat streuen, diese bieten mit ihrer roten Farbe Augenweide und verschönern den Esstisch.

 

Moosbeere

Die Moosbeere ist eine der Beeren, die zahlreiche natürliche Vitamine enthält und die man in Sümpfen und Mooren sammeln kann. Diese schöne rote Beere bringt schon allein mit ihrer Farbe und natürlich mit ihrem säuerlich-bitteren Geschmack Frische in herbstgraue Tage. Die schönen grünen Blätter und die roten Früchte der Moosbeere verleihen dem goldenen Herbst eine schöne Färbung.

Die Moosbeeren werden fast überall genutzt – in der Lebensmittelindustrie, in der Medizin, in der Volksmedizin und auch im heimischen Haushalt. Die Moosbeere eignet sich hervorragend zum Auffrischen von Nachspeisen, zu Gebäck und Fleischgerichten. Es ist bekanntlich sehr zuträglich, Moosbeeren zu essen. Diese Beeren sind reich an Vitaminen und besitzen viele heilkräftige und gesundheitsfördernde Eigenschaften. Es ist aber keine sehr gute Idee, Moosbeeren einfach in den Mund zu stecken – bei dem sauren Geschmack verziehen wir das Gesicht. Dies wird vom hohen Säuregehalt der Moosbeeren verursacht. Außer Zitronensäure enthalten sie auch Benzoesäure, die eine starke antibakterielle Wirkung besitzt und deretwegen die Moosbeeren so leicht aufzubewahren sind. Hoffentlich wird der Verzehr der Moosbeeren in dieser dunklen und kalten Zeit auf uns lauernde Viren verdrängen.

Die Moosbeere, die rote Beere der Sümpfe und Moore, hat jährlich sogar drei Sammelperioden – in der Regel werden die Beeren im Herbst von September bis zum Schnee gesammelt. In dieser Zeit sind die Moosbeeren am wertvollsten und die Beere ist am kräftigsten. Eine bekannte Weise, die Moosbeeren aufzubewahren, ist im Wasser. Dafür müssen die Beeren gewaschen und gereinigt, in ein Glas oder eine Flasche gefüllt und mit kaltem gekochtem Wasser übergossen werden. Auf diese Weise lassen sich die Moosbeeren in einem kühlen Raum über den Winter aufbewahren. Früher gesammelte Beeren verderben durch den niedrigen Gehalt der Benzoesäure schnell und auch der Vitamingehalt ist niedrig. Im Spätherbst, nach leichtem Frost gesammelte Beeren haben den besten Geschmack – das Gefrieren an der Pflanze macht den Geschmack milder. Diese lassen sich aber nur tiefgefroren und roh aufbewahren. Im Frühling gesammelte Moosbeeren sind saftig und süß, lassen sich aber nicht gut aufbewahren und enthalten weniger Vitamine. Die Moosbeere ist von Natur aus weich und die Beeren gehen einfach kaputt.

Wenn Sümpfe und Moore weit entfernt liegen und Sie auch nicht auf den Markt gelangen, dann ist es gut zu wissen, dass die Moosbeere ebenso auf einem Torfbeet im Hausgarten angebaut werden kann. Die Sorten der Kulturmoosbeeren sind großfrüchtig (Durchmesser 1,5–2 cm) und ergiebig. Darüber hinaus sind die strahlend roten Beeren im Garten ein schöner Blickfang.

Heidelbeere

Die Heidelbeere ist ein großartiger Gesundheitsverbesserer und eine ausgezeichnete Quelle für Geschmackserlebnisse. Die Heidelbeere ist eine der beliebtesten Waldbeeren des estnischen Volkes. Außer dem herrlichen Äußeren und dem Geschmack hat diese Beere auch wunderbare Heileigenschaften. Es ist bekannt, dass der Verzehr der Heidelbeeren den Menschen kräftigt und auch Krankheiten verdrängt.

Das Äußere der Heidelbeere benötigt wahrscheinlich keine nähere Vorstellung. Manchmal muss aber über die Unterscheidung zwischen der Heidelbeere und der Rauschbeere gesprochen werden. Die Rauschbeere ist eine andere natürliche Art aus der Gattung der Heidelbeeren. Diese zwei Pflanzen haben ziemlich viele Unterschiede. Erstens ist die Heidelbeere hellgrün, die Rauschbeere aber bläulich grün. Zweitens sind die Beeren der Heidelbeere dunkelblau oder fast schwarz, die der Rauschbeere aber deutlich hellblau. Diese zwei Pflanzen erhielten ihren Namen nach der Farbe der Früchte. Ein wenig unterscheidet sich die Form der Früchte – die Heidelbeere hat runde, die Rauschbeere längliche. Drittens sind die Sprösse der Heidelbeere – im Unterschied zur Rauschbeere – während der drei bis vier ersten Jahre hellgrün und scharf kantig. Und zuletzt ist der Strauch der Rauschbeere bedeutend größer als der der Heidelbeere.

Die Beeren der Heidelbeere sind leckerer und wertvoller als die der Rauschbeere. So ist die Heidelbeere eine der besten Beeren unserer Wälder und im Juli können wir in guten Heidelbeerwäldern immer Beerensammler treffen. Die Einsatzmöglichkeiten der Heidelbeeren sind sehr vielfältig. Sie können zu Marmelade, Saft, roter Grütze oder Kompott verarbeitet werden. Am wertvollsten sind aber frische Heidelbeeren. Diese werden oft mit Zucker und Milch gegessen. Die Beeren können auch getrocknet werden. Dafür die Beeren zuerst für einige Tage in einer Schicht in der Sonne welken lassen. Danach werden sie ins Zimmer gebracht und auf dem Herd, im Ofen oder im Trockner getrocknet. Die Temperatur beim Trocknen darf 60°C nicht überschreiten, denn sonst werden einige nützliche Inhaltsstoffe vernichtet. Die auf diese Art und Weise verarbeitenden Beeren werden als Heilmittel verwendet. Sie helfen, mehrere Verdauungsstörungen, darunter einen einfachen, aber äußerst lästigen Durchfall loszuwerden. Diese Wirkung haben sie dank der Gerbstoffe. Die Beeren, aber auch die Blätter der Heidelbeeren können wegen des hohen Gehalts an Gerbstoffen auch in der Gerberei verwendet werden. Als Heilmittel werden Heidelbeerblätter genutzt, die mehr Gerbstoffe als die Beeren enthalten.

Die Moosbeere

Die Moosbeere hilft sehr gut bei Hautproblemen. Alle, die diese wunderbare Beere anwenden möchten, können dies tun. In der Kosmetologie gibt es für die Moosbeere keine Gegenanzeigen.

Die Moosbeere hilft, Probleme von fettiger Haut zu überwinden. Dafür muss man einen 5-6-fach gefalteten Mull in frisch gepresstem Moosbeersaft anfeuchten und dann das feuchte Mullstück auf die vorher gereinigte Gesichtshaut legen, wobei die Augenpartien, die Nase und der Mund frei bleiben. Die unteren Augenlider müssen mit fetthaltiger Creme geschützt werden.  Ebenso hilft die Moosbeermaske trockene Haut zu ernähren. Dazu muss man 1 Teelöffel frisch gepressten Moosbeersaft mit 1 Teelöffel fetthaltiger Creme vermischen. Bei der Schuppung der Haut ist eine Mischung aus frischem Moosbeersaft und Eiweiß hilfreich. Dafür sind die Komponenten sorgfältig miteinander durchzumischen und auf das saubere Gesicht aufzutragen. Die Masken sollte man 10 – 20 Minuten auf dem Gesicht einwirken lassen und danach sorgfältig entfernen.

Die Moosbeere wird bei erweiterten Hautporen und zur Beseitigung von Hautreizungen verwendet. Die desinfizierenden Eigenschaften der Moosbeere berücksichtigend kann damit eine entzündliche Haut geheilt werden.

Die Moosbeeren finden auch in der Kochkunst breite Anwendung. Daraus kann eine sehr schmackhafte Füllung für Teigwaren hergestellt werden. Die Moosbeeren werden auch in Saucen verarbeitet, die zu Fleisch serviert werden. Dies sind alles leckere und wertvolle vitaminreiche Zutaten im alltäglichen Menü. Wertvoller sind jedoch Getränke und Speisen, die direkt aus Moosbeeren zubereitet werden. Aus Moosbeeren werden oft rote Grütze, Fruchtsaft, Gelee und Saucen angefertigt. Ebenso kann man Moosbeer-Kwass herstellen. Dafür müssen die Beeren im heißen Wasser halb gar gekocht und mit einem Holzlöffel zerdrückt werden. Zu dieser Mischung Wasser hinzugeben und kochen lassen, danach Zucker hinzufügen und in der abgekühlten Flüssigkeit Hefe auflösen. Drei Tage kühl und dunkel in einer geschlossenen Flasche lagern und dann ist der Kwass fertig.

Ein kleiner Moosbeervorrat stellt inhaltlich eine ganze Apotheke dar. In Moosbeeranbauten werden großfrüchtige Kulturpflanzen verwendet, die ebenso nahrhaft und gesund wie wilde Moospflanzen sind. Von der chemischen Zusammensetzung sind sie jedoch etwas unterschiedlich. Großfrüchtige Moosbeeren enthalten im Vergleich zu wilden Pflanzen beispielsweise mehr Kohlenhydrate und Flavonoide, aber weniger organische Säuren, besonders Askorbinsäure. Aber diese Unterschiede üben keinen bemerkenswerten Einfluss auf Nähr- oder Heileigenschaften der Moosbeeren aus.

Die in Estland gesammelten Moosbeeren stammen aus natürlichen und umweltfreundlichen Sammelgebieten.

Gefrorene Heidelbeere

Das Tiefgefrieren von Heidelbeeren ist die schnellste und einfachste Aufbewahrungsweise, bei der Geschmack, Aroma, Bioenergie und Nährwert der Beeren am besten gewährleistet werden. Gefrorene Heidelbeeren lassen sich bis zur nächsten Ernte aufbewahren. Beim Transport haben gefrorene Heidelbeeren große Vorteile gegenüber frischen Beeren. Gefrorene Heidelbeeren kann man in verschiedene Verpackungen wie Plastiktüten, Dosen und Eimer verpacken. Das Tiefgefrieren ist die bequemste Art, die Beeren und deren Nährwert zu bewahren. In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie ist die Verwendung gefrorener Heidelbeeren wegen deren Nährwert und Eigenschaften weit verbreitet. Gefrorene Heidelbeeren werden in Joghurt, Kuchen und Quark verwendet. In der Pharmaindustrie werden aus gefrorenen Beeren Arzneimittel hergestellt.

Gefrorene Heidelbeeren sind sehr beliebt geworden, weil beim Tiefgefrieren ausreichend tiefe Temperaturen (hauptsächlich ab –25°C) angewendet werden und bei solchen Temperaturen Pflanzenzellen während des Gefrierens minimal beschädigt werden. Beim Einfrieren von Heidelbeeren wird das Schockgefrieren angewendet, bei dem kleinere Eiskristalle erzeugt werden, die die Gewebestruktur weniger beeinträchtigen. Wenn eine „langsam“ gefrorene Beere schmilzt, fließen Zellflüssigkeiten aus dem durch die Eiskristalle geschädigten Gewebe und das Ergebnis ist eine trockene oder zähe Konsistenz. In schockgefrorenen Früchten bleiben Vitamin C, B1 und B2 erhalten. Beim Einfrieren verringert sich auch nicht der Gehalt an Mineral- und Ballaststoffen in den Heidelbeeren. Untersuchungen haben gezeigt, dass der Gehalt an einem der unbeständigsten Vitamine – Askorbinsäure oder Vitamin C – in tiefgefrorenen Beeren durchschnittlich 80% beträgt. Bei der Aufbewahrung von tiefgefrorenen Heidelbeeren ist die korrekte Aufbewahrungstemperatur zu beachten – die optimale Temperatur beträgt –18°C, weil sich bei dieser Temperatur die Beeren am besten aufbewahren lassen. Sie dürfen in einem Tiefkühlschrank bis zu einem Jahr gelagert werden.

Am besten ist es, die Heidelbeeren gleich nach dem Sammeln und Reinigen einzufrieren, weil dann das Aussehen und die Farbe der Beeren, aber auch ihre nützlichen Nährstoffe und Heileigenschaften erhalten bleiben. Es werden nur hochwertige Heidelbeeren eingefroren.

In wirtschaftlicher Hinsicht ist das Gefrieren von Heidelbeeren zweifellos die beste und gesündeste Aufbewahrungs- und Transportmethode. Wissenschaftlern zufolge sind richtig eingefrorene Beeren im Vergleich zu frischen Beeren bezüglich aller Indikatoren in jeder Weise wettbewerbsfähig.

Die Preiselbeere

Die Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea) ist ein mehrjähriger immergrüner Zwergstrauch aus der Gattung der Heidelbeeren in der Familie der Heidekrautgewächse.

Der säuerliche Geschmack der roten Preiselbeeren ist sicher all denen bekannt, die sie gekostet haben. Mit großer Wahrscheinlichkeit haben auch diejenigen irgendeine Vorstellung über diese Beere, die nie Preiselbeeren gegessen haben.

Preiselbeeren sind neben Moosbeeren und Heidelbeeren ein wichtiges Produkt auch für die Berry Group OÜ – einem führenden Vermarkter von Wald- und Gartenprodukten für die Lebensmittel- und die Pharmaindustrie im Baltikum und den nordischen Ländern.

Unabhängig von ihrem säuerlichen Geschmack enthalten die Preiselbeeren ziemlich viel verschiedene Zucker, am meisten gerade den süßesten, natürlich vorkommenden Zucker – Fruktose. Preiselbeeren können sogar 10-12 % Zucker enthalten, doch den charakteristischen sauren Geschmack bekommen sie von organischen Säuren, die weniger als 2 % ausmachen. Die in den Preiselbeeren enthaltenen Zitronen-, Apfel-, Oxal-, Essig-, Benzoe- und Ursolsäuren unterdrücken die Süße des Zuckers und treten im Geschmack gut hervor. Natürlich enthalten die Preiselbeeren außer Zucker und Säuren auch Eiweiß und in kleinen Mengen auch Fette. Darüber hinaus gibt es an nützlichen Stoffen in Preiselbeeren auch mehrere bioaktive Glykoside, Vitamin C, Carotinoide, Bioflavonoide, verschiedene Ballast-, Gerb- und Farbstoffe sowie Mineralverbindungen.

In der Geschichte der Völker der Nordländer haben die Preiselbeeren im Menü schon deswegen eine wichtige Rolle gespielt, weil sich – bedingt durch den hohen Gehalt der Benzoesäure –die Preiselbeeren auch unter den einfachsten Bedingungen gut aufbewahren lassen und natürlich wunderbar für verschiedene Speisen geeignet sind. Deswegen haben die Preiselbeeren in den kalten Jahreszeiten immer eine wichtige Vitaminquelle für den Menschen dargestellt. Die Preiselbeere trägt wesentlich zur Behandlung und zur Vorbeugung von Rheuma, Gelenkkrankheiten, Verdauungsstörungen und Atemwegserkrankungen bei, weil sie die Verdauung und das Funktionieren des Darms erleichtert.

Der bekannteste Bestandteil der Preiselbeeren ist die Benzoesäure. Chemisch ist die Benzoesäure eine aromatische Carbonsäure – eine farb- und geruchslose kristalline Verbindung, die sich im Wasser löst. Benzoesäure und deren Salze sind fähig, sowohl Mikroben zu vernichten als auch deren Aktivität zu hemmen. Diese Säure und deren Natrium-, Kalium- und Kalziumsalze wirken in einer sauren Umgebung besonders gut auf Mikroben. Dies ist der Grund, warum sich saure Preiselbeerkonfitüren sehr gut aufbewahren lassen. Benzoesäure hat eine entzündungshemmende Wirkung, aber dies zeigt sich im Organismus erst bei ziemlich großen Dosen. Dafür sollten wenigstens einige hundert Gramm Preiselbeeren am Tag gegessen werden.

Die Moosbeere in der Medizin

Die Moosbeere ist eine wahre Quelle der Gesundheit, sie versorgt uns mit Mineralstoffen, organischen Säuren und sonstigem Nützlichen. Die Moosbeere enthält verschiedene Mineralstoffe, Vitamine, organische Säuren, Flavonoide, Phytoncide, Farbstoffe und Pektine. Moosbeeren sind reich an Säuren, was am sehr sauren Geschmack erkennbar ist. Zu den Säuren gehören Zitronen-, Benzoe-, Apfel- sowie Askorbinsäure (Vitamin C) u.a., die den Moosbeeren einen besonderen Geschmack und die Fähigkeit verleihen, den Magen und den Darm zu desinfizieren sowie die Entstehung von Enzymen im Organismus zu stimulieren. Organische Säuren hemmen die Entwicklung von Bakterien, die Krankheiten verursachen. Zitronensäure fungiert in unserem Immunsystem als Antioxidans und stärkt das Zellsystem. Benzoesäure und deren Salze sind fähig, sowohl Mikroben zu vernichten als auch deren Aktivität zu hemmen. Benzoesäure wird in der Lebensmittelindustrie als Konservierungsstoff verwendet. Die Säuren unterdrücken in der Moosbeere den süßen Geschmack der Zucker. Zucker kommen hauptsächlich als Glukose und Fruktose vor. Dank den in den Moosbeeren enthaltenen Ballaststoffen (Zellulose und Pektine) haben diese die Eigenschaft, den Organismus zu reinigen.

Die Medizin hat den Moosbeeren immer Aufmerksamkeit zugewandt. Die Moosbeeren und deren ausgepresster Saft beleben die Funktion der Verdauungsdrüsen und erhöhen den Appetit. Rohe Beeren sind für den Organismus am nützlichsten. Die Moosbeeren stimulieren die Ausscheidung von Magensaft und Bauchspeicheldrüsensekret, weshalb sie bei Subacidität des Magens und beim ersten Stadium der Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) gut zu verwenden sind. Die Nützlichkeit der Moosbeere besteht darin, dass sie viele gesunde Polyphenole als Antioxidantien enthält. Polyphenole haben angeblich krebs-, entzündungs- und diabeteshemmende Eigenschaften.

Ein Fruchttrank aus Moosbeere stillt den Durst und stärkt Fieberkranke. Gezuckerte oder pürierte Moosbeeren mit Honig und Knoblauch wirken gut bei hohem Blutdruck. Dank dem Gebrauch dieser Beeren wird auch eine gewöhnliche medikamentöse Therapie wirkungsvoller. Da die Moosbeeren fähig sind, Wasser aus dem Organismus zu entfernen und Mikroben zu vernichten, helfen sie Nieren-, Blasen- und Harnwegskranken. In Apotheken sind Auszüge und Tabletten aus Moosbeeren erhältlich, die sehr wirksame Arzneimittel für Blasen- und Harnwegskranke darstellen. In vielen Arzneimitteln wird bei Erkältungskrankheiten Moosbeersaft verwendet, der Angina und Bronchitis heilt. Ein ständiger Verzehr von Beeren trägt zur Vermeidung von Infektionskrankheiten bei. Wegen des Ballaststoffgehalts sind sie gut bei der Vorbeugung von Arterienverkalkung. Die Moosbeeren sind nützlich, weil sie das Herz und den Kreislauf stärken und die menschlichen Arterien weicher und elastischer machen und die Entstehung von Thromben verhindern. Die Verwendung von Moosbeeren wirkt positiv auf die größte Arterie bzw. die Aorta. Der tägliche Verzehr von Moosbeersaft und -präparaten erhöht die Menge an HDL- oder des sog. guten Cholesterins im Blut und verringert die Menge an LDL- oder des schlechten Cholesterins. Die Moosbeeren sind empfehlenswert bei der Behandlung von Lungentuberkulose, können aber auch Gelenkkrankheiten lindern.

NB! Die Moosbeeren sind bei einem Magen- und Zwölffingerdarmgeschwür sowie bei Leberleiden kontraindiziert. Menschen mit Superazidität des Magens müssen vorsichtig sein. Sie sollten verdünnten Saft trinken und Beeren nur in Speisen verwenden.

Heidelbeere

Die Waldheidelbeere (Vaccinium myrtillus) ist ein im Nadelwald wachsender laubabwerfender Zwergstrauch mit blauschwarzen essbaren Beeren aus der Gattung der Heidelbeeren, der in Mittel- und Nordeuropa verbreitet ist. Die Waldheidelbeere wächst im Unterschied zur Kulturheidelbeere nicht in Trauben und ihre Farbe ist etwas dunkler.

Ein führender Vermarkter von Wald- und Gartenprodukten im Baltikum und den nordischen Ländern ist die Berry Group OÜ, deren Hauptkunden die Lebensmittel- und die Pharmaindustrie sind und deren wichtigste Produkte neben Preiselbeeren und Moosbeeren gerade die Waldheidelbeeren sind.

Wie natürlichen Produkten eigen, haben auch die Waldheidelbeeren viele für die Gesundheit nützliche Eigenschaften. Der Verzehr dieser Beeren unterstützt das Gleichgewicht des Organismus und trägt zur Vermeidung vieler weit verbreiteter Krankheiten bei.

Die Beeren gehören schon seit sehr alten Zeiten zur menschlichen Ernährung. Unsere Vorfahren haben die Waldheidelbeere außer zum Essen zusätzlich zu Heilzwecken, als Mittel zur Verlangsamung der Alterung und zur Erreichung eines allgemeinen gesundheitlichen Gleichgewichts verwendet. Die Waldheidelbeere enthält reichlich starke Antioxidantien, darunter Flavonoide und Anthocyane, deshalb wird diese Beere schon seit mehr als tausend Jahren in der europäischen Volksmedizin genutzt.

Anthocyane vernichten die im menschlichen Körper befindlichen freien Radikale, stärken die Blutkapillaren und verbessern die allgemeine Blutversorgung – deswegen wird die Waldheidelbeere zur Behandlung und zur Vorbeugung von verschiedenen mit dem Gefäßsystem und der Blutversorgung verbundenen Krankheiten (Thrombose, Blutgefäßerweiterung, Frostbeulen u.a.) verwendet.

Wegen der das Bindevermögen der Gewebe verbessernden Eigenschaften wird die Waldheidelbeere auch gegen die Verschlechterung des Zustandes des Blutgefäßsystems und der Blutplättchen genutzt. Die hohe Qualität der menschlichen Blutversorgung ist ein unvermeidlicher Bestandteil einer guten Gesundheit und eines vollwertigen Lebens. Zusätzlich fördert der Verzehr von Heidelbeeren das Funktionieren der Koronararterie und beugt deren Verstopfung vor, weil die Ansammlung der Fette im Körper verringert wird.

Im Zweiten Weltkrieg aßen die Piloten der britischen Royal Air Force Heidelbeeren, um das scharfe Sehen zu erhalten und das Sehen im Dunkeln für Nachteinsätze zu fördern – Rhodopsin oder Sehpurpur schützend verbessern diese Beeren die Sehschärfe und helfen dem menschlichen Auge, sich sowohl an die nächtliche Dunkelheit als auch das helle Tageslicht anzupassen.

Die Waldheidelbeere trägt zur Bekämpfung von solchen Augenkrankheiten wie Grüner Star, Kurzsichtigkeit und Katarakt (Linsenkrankheit) bei. Ebenso helfen sie Diabetikern, deren Sehvermögen sich durch Diabetes verschlechtert hat.

Mit Rücksicht darauf, dass mit der Blutversorgung verbundene Gesundheitsbeschwerden in unserer immer urbanisierteren Gesellschaft eine der größten gesundheitlichen Probleme darstellen und die Verschlechterung des Sehvermögens in einem bestimmten Alter auch für einen physisch gesunden Menschen unvermeidlich ist, lohnt es sich, bei der Prägung der Essgewohnheiten damit zu rechnen – und was könnte noch angenehmer sein als das Essen von wohlschmeckenden und frischen Beeren, um sich um die eigene Gesundheit zu kümmern.